Am Ende siegt das Glück

Am Ende siegt das Glück von Caro Line

Preis E-Book: 0,99€

Preis Print: 5,99€

Kostenlos über Kindle Unilimited

Textschnipsel (2. Teil)

»Mama?«

»Was willst du? hau ab«, höre ich sie verärgert röcheln.

»Nein, warte«, fällt ihr plötzlich ein, »geh mir ein Bier holen, und zwar ein bisschen dalli.«

Okay, wenn ich jetzt erfolgreich sein möchte, muss ich mich wohl oder übel fügen.

Ich gehe in unsere kleine Einbauküche und öffne den Kühlschrank, nehme ein Bier heraus, gehe ins Wohnzimmer zurück und reiche es ihr.

»Was willst du noch, halte dich kurz und geh vorm Fernseher weg«, faucht sie auch schon los. Na, das kann ja heiter werden.

»Meine Arbeitskollegin …«, beginne ich zaghaft, »hat mich zu einem Grillfest eingeladen.

Sie würde mich abholen kommen und bringt mich auch wieder nach Hause. Alle Freunde von Laura und Marc werden kommen und sie möchten, dass ich dabei bin. Darf ich bitte?« Während ich sie anschaue, breitet sich ein ungutes Gefühl in mir aus.

»Und du glaubst wohl, dass ich jetzt  ja sage und dir einen schönen Abend wünsche? Vergiss es, du bleibst hier.

Verschwinde auf dein Zimmer und komm mir heute nicht mehr unter die Augen, sonst passiert noch ein Unglück, du Nichtsnutz! Soweit kommt’s noch.«

Ich fühle, wie eine verzweifelte Wut langsam in mir hochkocht. »Was passiert denn dann? Willst du mich dann nochmal ins Gesicht schlagen? Hä? Sag es mir schon! Ich bin siebzehn Jahre alt und du hältst mich hier wie eine Gefangene. Ich bin noch nie ausgegangen, noch niemals. Ich darf arbeiten gehen, putzen, aufräumen und dir deine Scheißzigaretten besorgen. Aber wenn ich mal eine Freundin zu Hause besuchen möchte, verbietest du es mir. Das ist nicht fair und das weißt du ganz genau!«, mache ich meinem Ärger Luft, das war längst überfällig.

Meine Mutter bekommt Schnappatmung und wirkt, als würde sie gleich auf mich losgehen. Ha, die Wahrheit kann ganz schön schmerzen. »Pass mal auf, wie du mit mir sprichst, du undankbares Miststück. Solange du hier wohnst und …!«
»Jaja ich weiß es schon«, falle ich ihr ins Wort, »solange ich hier wohne und dein Geld ausgebe bla bla bla … Wen willst du hier eigentlich verarschen? Du gehst nicht arbeiten, also ist es auch nicht dein Geld, welches du versäufst. Es ist das Geld, das die Behörden dir geben, damit du dich selbst und deine Tochter anständig ernährst. Aber was Ordentliches zu essen habe ich hier schon lange nicht mehr bekommen, verstehst du das?

Was habe ich dir getan, dass du mich wie Dreck behandelst? Sprich mit mir, verdammt noch mal!« Sie springt auf und ich kann gar nicht so schnell reagieren, wie es passiert. Ich sehe nur noch, wie sie ausholt und mir mit der leeren Weinflasche, die eben noch auf dem Tisch stand, in die Rippen schlägt. Einmal, zweimal, dreimal. Mir schießen die Tränen in die Augen. Langsam realisiert mein Verstand, was hier gerade vor sich geht. Schützend lasse ich mich zu Boden fallen und rolle mich in die Embryonenstellung. Ich muss mich wehren, denke ich noch, und schon kracht es mir in den Rücken. Verdammt! Ich rapple mich auf und stemme sie mit beiden Händen fort von mir. Sie stolpert und fällt zwischen Sessel und Couchtisch. 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s