Zwischen uns ein ganzes Leben

#Blogtour #Interview

》Zwischen uns ein ganzes Leben《 von Melanie Levensohn

📚Seit wann schreibst Du?

Ich habe schon immer geschrieben.
Meine ersten Kurzgeschichten habe ich mit 8 geschrieben, meinen ersten 100-seitigen „Roman“ mit 14 – auf der alten Schreibmaschine meines Vaters.
Während meines Studiums habe ich nebenher als Journalistin für verschiedene Zeitungen und den Deutschlandfunk gearbeitet und mich dann entschieden, das Schreiben zum Beruf zu machen. Danach habe ich über 15 Jahre für die UNO und die Weltbank als Pressesprecherin und Pressereferentin gearbeitet.
Doch erst mein neuer Lebensabschnitt in Kalifornien hat mir die Freiheit geschenkt und mich dazu inspiriert, Romane zu schreiben. Ich glaube, ich musste einfach erst ganz viel Lebenserfahrungen sammeln, bevor ich innerlich dazu bereit war. Dafür genieße ich diese kreative Phase meines Lebens jetzt ganz besonders.

📚Wie geht es Dir damit, kurz vor dem Ende eines Buches, welches Du gerade schreibst, zu sein?

Als ich endlich mit dem Manuskript fertig war, war ich zuerst sehr erleichtert. Aber damit hörte die Arbeit ja noch lange nicht auf. Die Überarbeitungsphase war lang und intensiv. Ich habe so lange redigiert und verbessert, bis das Buch in den Druck ging. Jetzt das fertige Werk in den Händen zu halten ist ein großartiges Gefühl!

📚Schreibst Du bereits an einem neuen Buch?

Oh ja, mein zweiter Roman ist bereits zu Zwei-Dritteln geschrieben und ebenfalls eine hochemotionale Geschichte. Es geht wieder um Flucht, Entwurzelung und Verlust der Identität. Aber dieser Roman hat keine historische Komponente, sondern widmet sich einem hochpolitischen und zeitgenössischen Thema: den illegalen Flüchtlingsströmen, die aus Zentralamerika in die USA kommen. Aber es geht auch um Muttersein: um Muttersein-Wollen und Nicht-Muttersein-Können, etwas, das sicherlich alle Frauen irgendwann und irgendwie beschäftigt.
Ich habe für dieses Buch sehr viel gelesen und recherchiert, bin durch halb Guatemala gereist und habe Flüchtlingsheime in Mexiko besucht. Ich kann es kaum erwarten, meinen Lesern diesen neuen Roman vorzustellen.

📚Was ist Dir an Deinem aktuellen Buch besonders wichtig?

Diese Fügung, dass nach genau siebzig Jahren wieder eine Melanie Levensohn in die Familie zurückkehrte – auch noch aus Deutschland –, war für uns alle ein emotionales Erdbeben. Mein identischer Name und Melanies Schicksal haben mich nicht mehr losgelassen. Schnell wurde mir klar, dass ich ihr und der Familie meines Mannes ein Andenken schaffen musste. Und so ist dieses Buch entstanden. Mein Roman ist jedoch keine Biographie, die Charaktere sind alle erdacht.
Das Buch hat zwei wichtige Botschaften:
Gib deine Träume niemals auf!
Die Protagonistin Béatrice ist eine moderne Frau, erfolgreich, unabhängig, gleichzeitig aber auch zerrissen und einsam. Im Verlauf der Geschichte entwickelt sie sich von einer eher selbstsüchtigen Person hin zu jemandem, der sich um seine Mitmenschen sorgt – und dabei auch selbst Glück findet.
Eine weitere Botschaft meines Buches beruht auf dem hebräischen »Tikkun Olam«. Es bedeutet so viel wie »die Welt reparieren«. Im Alltag heißt das, anderen zu helfen und sich gemeinsame Ziele zu setzen. Die Suche nach der im Holocaust verschwundenen Schwester, aber auch die wachsende Freundschaft zwischen Béatrice und der hilfsbedürftigen Jacobina sind Beispiele für »Tikkun Olam«.

📚Wovor hast Du persönlich Angst, bzw. was macht Dir Angst?

Ich habe Angst vor unheilbaren Krankheiten und dass meiner Familie etwas zustößt. Gesundheit ist das Allerwichtigste!

Was die Welt im allgemeinen betrifft macht mir der fortschreitende Klimawandel sehr viel Angst und wie wenig dafür getan wird, ihn aufzuhalten. Ich sehe ihn jeden Tag und überall – und frage mich, wie sehr er in ein paar Jahren unser Leben verändern, einschränken und bedrohen wird. Ich habe Angst, dass es bald nicht mehr genug Wasser geben wird. Schon jetzt herrscht hier in Kalifornien großer Wassermangel. Wir müssten sehr viel sparsamer und respektvoller mit diesem kostbaren Gut umgehen. Durch meine Arbeit in Entwicklungsländern weiß ich wie es ist, wenn man nur einen einzigen Liter Wasser pro Tag bekommen kann.

📚Beschreibe Dich mit 3 Worten

Gründlich, begeisterungsfähig, impulsiv.

Vielen Dank liebe Melanie für dieses besondere Interview!

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