Nele Neuhaus

Heute haben wir mal wieder ein #Interview für Euch ❤

Die liebe Nele Neuhaus hat sich unseren Fragen gestellt 😊

📗Seit wann schreibst Du?

Seitdem ich mich erinnern kann! Die frühesten Zeugnisse meiner Schreibleidenschaft stammen aus dem Jahr 1972, da war ich 5 Jahre alt und noch nicht in der Schule. Seitdem hat mich das Schreiben immer begleitet und ich habe jede freie Minute an meinem Schreibtisch gesessen, mir Geschichten ausgedacht und aufgeschrieben. Schreiben war für mich immer mehr als nur ein Hobby. Es ist eine Leidenschaft und für mich lebensnotwendig. Wenn ich nicht schreiben kann, bin ich unglücklich.

📗Hast Du neben dem Schreiben auch noch Zeit für Hobbys?

Wenig. Seitdem meine Bücher so erfolgreich sind und in mehr als 30 Ländern erscheinen, habe ich sehr viel zu tun. Mit dem Schreiben ist es ja nicht getan. Ich beantworte Fanpost und Mails, gebe Interviews, arbeite mit Übersetzern zusammen, mache Lesungen, Signierstunden, halte Vorträge. Dazu habe ich auch immer wieder Arbeit mit meiner Nele Neuhaus Stiftung. Mein Hobby sind mein Mann und mein Hund!  Außerdem haben wir ja noch Pferde, allerdings darf ich wegen meiner Wirbelsäulenprobleme nicht mehr selbst reiten. Mein liebstes Hobby ist lesen und dafür habe ich immer Zeit!

📗Wie geht es Dir damit, kurz vor dem Ende eines Buches zu sein, welches Du gerade schreibst?

In erster Linie bin ich erleichtert, wenn ich nach langen Monaten des Schreibens das Wort „Ende“ unter ein Manuskript tippe. Darauf folgt ein Gefühl der Leere. Ganz plötzlich ist der Druck weg. Ich lebe ja doch eine lange Zeit sehr intensiv mit der Geschichte und ihren Figuren und auf einmal sind die weg. Wenn ich nach der Abgabe das redigierte Manuskript von meiner Lektorin zurückbekomme, habe ich schon eine ziemliche Distanz, kann es nüchtern und eher technisch betrachten und sehe Fehler und Schwächen. Meistens habe ich zu dem Zeitpunkt aber bereits eine Idee für ein nächstes Buch, deshalb bleibe ich dem Schreibtisch nie lange fern.

📗Schreibst Du bereits an einem neuen Buch?

Ja, am 7. Band meiner Jugendbuchreihe „Elena – Ein Leben für Pferde“, der im Frühjahr mit dem Titel „In letzter Sekunde“ erscheinen soll.

📗Was ist Dir als Autor wichtig, was möchtest Du mit Deinen Werken ausdrücken?

Ich will überhaupt nichts ausdrücken, habe keine Botschaft. Ich will meine Leser gut unterhalten.

📗Hast du Lieblingsbücher?

Ja, natürlich! Es gibt einige Dauerbrenner wie zB „Exodus“ von Leon Uris, „Der Falke des Lichts“ von Gillian Bradshaw, die „Flicka“-Trilogie von Mary O’Hara oder „Der Pate“ von Mario Puzo. Aber es kommen immer wieder Bücher dazu. „Licht über dem Land“ von Jim Harrison, „Die Häupter meiner Lieben“ von Ingrid Noll, „Vor dem Fall“ von Noah Hawley, „Der Susan-Effekt“ von Peter Hoeg, die Stieg Larsson Trilogie und „Menschen, Pferde, weites Land“ von Hans Graf von Lehndorff würde ich mit auf eine einsame Insel nehmen.

📗Wo schreibst Du am Liebsten?

Zuhause in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Ich brauche meine Notizen um mich herum und absolute Ruhe. Wenn ich schreibe, ist es still. Keine Musik, keine Ablenkung. Im Sommer, als ich „Muttertag“ geschrieben habe, habe ich sogar den Schreibtisch so gestellt, dass ich nicht aus dem Fenster gucken kann, damit ich nicht abgelenkt werde.

📗Wovor hast Du persönlich Angst, bzw. was macht Dir Angst?

Ich habe vor ziemlich vielen Dingen Angst, das bringt wahrscheinlich mein Beruf und meine Phantasie mit sich.
Mir macht die Vermüllung der Welt Angst, deshalb habe ich mich sehr über die Initiative #OhneFolie gefreut, die der CEO der Bonnier Media Deutschland-Gruppe angestoßen hat. Mein neuer Krimi „Muttertag“ war das erste Hardcover in Deutschland, das ohne Plastikfolie ausgeliefert wurde. Ein kleiner Schritt zwar nur, aber vielleicht folgen viele diesem Beispiel.
Es macht mir Angst, dass junge Menschen heutzutage immer weniger lesen, viele kaum noch etwas aushalten und eine sehr niedrige Frustrationstoleranz haben. Der Egoismus unserer Gesellschaft sorgt mich.

📗Hast Du bestimme (schlechte) Angewohnheiten während der Schreibphase?

Eigentlich keine anderen als sonst auch! 

📗Wie geht Deine Familie damit um, einen Autor im Haus zu haben?

Zuhause bin ich einfach die Nele, die ich schon immer war. Mein Mann begleitet mich zu fast allen Terminen und er ist, wenn ich den Plot für ein neues Buch entwickele, ein geduldiger Zuhörer. Wir reden oft und viel über Figuren, Handlungsstränge und Dialoge. Meine ganze Familie hat meine Arbeit von Anfang an unterstützt und begleitet. Auf meinen ersten Lesungen saßen treu und brav meine Eltern, meine Schwester und mein Schwager, damit überhaupt etwas Publikum da war. Natürlich freuen sie sich über die Erfolge meiner Bücher, meine Schwestern sind bei jedem Buch Probeleserinnen, die mir ehrliches Feedback geben. Aber meine Arbeit ist nicht dauernd Thema, ganz im Gegenteil. Wenn wir bei meinen Eltern feiern, räume ich danach die Küche auf, wie ich das schon immer getan habe. Und auch im Alltag gehe ich einkaufen, mit dem Hund spazieren, ich bügele und kümmere mich um den Haushalt. Gerade diese Normalität ist ganz wichtig für mich, denn ich habe mich trotz aller Erfolge überhaupt nicht verändert, sondern bin die Nele geblieben, die ich immer war.

📗Hast Du schon einmal den Gedanken gehabt, ein Pseudonym zu verwenden? Oder ist Dein Name gar eins?

Ich heiße in Wirklichkeit „Cornelia“, aber diesen Namen haben eigentlich nur meine Lehrer benutzt oder mein Vater, wenn er sauer auf mich war.  Seit meiner Kindheit bin ich die Nele und nachdem ich Herrn Neuhaus geheiratet hatte, heiße ich Nele Neuhaus, so steht es auch in meinem Ausweis. Meine Romane „Sommer der Wahrheit“ und „Straße nach Nirgendwo“ habe ich unter dem offenen Pseudonym Nele Löwenberg (mein Mädchenname) herausgebracht, damit die Buchkäuferinnen und –käufer nicht glauben, dass es sich dabei um einen Taunuskrimi handelt.

📗Ist Dir schonmal die Idee gekommen, Dich in einem anderen Genre zu versuchen?

Das tue ich ja schon seit vielen Jahren. Mein allererstes Buch „Unter Haien“ ist ein Thriller. Und neben meinen Krimis schreibe ich Romane und Jugendbücher. In den beiden Jugendbuchreihen „Elena – Ein Leben für Pferde“ und „Charlottes Traumpferd“ geht es um Pferde, beide Reihen richten sich in erster Linie an Mädchen zwischen 8 und 13, aber sie werden auch gerne von älteren Pferdemädchen gelesen. Es macht mir Spaß, zwischen den Genres zu wechseln, denn ich mag die unterschiedliche Herangehensweise. Ein Jugendbuch funktioniert nach ganz anderen Regeln als ein Kriminalroman.

📗Was liest Du als Autor eigentlich für Bücher? Ein besonderes Genre?

Ich bin eine Vielleserin, verschlinge Kriminalromane, Thriller, Biografien, Jugendbücher, Sachbücher, Romane, aber auch literarische Bücher. Manchmal habe ich eine Vorliebe für einen bestimmten Autor, lese dann alle seine oder ihre Bücher. Gelegentlich bekomme ich Empfehlungen von Buchhändlern, meiner Agentin oder Freunden, die in eine völlig andere Richtung gehen und dabei habe ich schon schöne Entdeckungen gemacht.

📗Uns interessiert natürlich brennend, was für Dich die Zusammenarbeit mit uns Bloggern bedeutet?

Ich freue mich immer sehr, wenn ich Interviewanfragen von Bloggern bekomme! Oft werden mir ganz andere Fragen gestellt als von Journalisten und das gefällt mir! Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit zum Austausch mit Buchbloggern. Als ich mir im Jahr 2005 meine erste eigene Webseite gebastelt hatte, hatte ich auch einen Blog. Leider fehlte mir die Zeit, irgendwann musste ich aufhören, weil ich es traurig fand, den Blog nicht aktuell halten zu können.
Was mir bei meinen Auslandsreisen auffällt ist, dass die Blogger in den Niederlanden, in Polen oder Spanien von den Buchverlagen viel ernster genommen werden als hier in Deutschland. Immer wenn ich auf Promotionreise für ein neues Buch im Ausland bin, stehen Treffen mit Bloggern in meinem Programm. Das finde ich gut und würde es mir hier auch wünschen, wenn zum Beispiel ein neues Buch von mir erscheint.

📗Beschreibe Dich mit 3 Worten

Humorvoll, optimistisch, diszipliniert.

📗Was fällt Dir zu diesen 4 Schlagwörtern spontan ein?

Freundschaft – Wahre Freundschaft ist so selten wie eine Perle in einer Auster. Ich habe erst gemerkt, wer meine echten Freunde sind, als ich erfolgreich wurde.

Freizeitausgleich – Mein Hund! Nichts entspannt mich mehr als lange Spaziergänge mit meinem Hund durch die Taunuswälder und –wiesen!

Träume – Man sollte seine Träume nicht aus den Augen verlieren, aber auch nicht endlos vor sich herschieben, denn irgendwann ist es zu spät, um sie zu verwirklichen. Ich habe meinen Traum, ein Buch zu veröffentlichen, in die Tat umgesetzt, gegen alle Hindernisse, ohne Verlag. Der Moment, an dem ich das erste gedruckte Buch in Händen hielt, war wohl einer der glücklichsten und perfektesten Momente meines Lebens.

Kindheitserinnerungen – sind wertvoll und spielen für mich insofern eine Rolle, als dass ich sie noch immer abrufen und für meine Jugendbücher verwenden kann. Ich finde es herrlich, mit meiner Familie und alten Freundinnen über früher zu quatschen und zu lachen.

Vielen Dank, liebe Nele!

https://www.neleneuhaus.de/home

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